Gemeinde St. Joseph

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Die zweite Sankt-Albertus-Magnus-Kirche; Pfarrer Günter Buschmeyer, 8. Oktober 1972 - 13. Januar 2001

Am 8. Oktober 1972 wurde Pfarrer Günter Buschmeyer vom Bischof von Essen zum Nachfolger von Pfarrer Lange ernannt. Pfarrer Buschmeier war am 17. Juli 1931 geboren und am 27. Februar 1957 zum Priester geweiht. Er leitete 30 Jahre verantwortungsvoll die Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus. Sein priesterliches Leben verlief in den bewegten Zeiten des gesellschaftlichen und kirchlichen Umbruchs und der Neuorientierung in der Kirche. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil suchte er mit Sorgfalt und Liebe nach Wegen, die Impulse der erneuerten Liturgie umzusetzen. Das Wort Gottes zur Sprache zu bringen und nach Wegen wirklicher gemeinsamer Verantwortung von Laien und Priestern zu suchen, war ihm ein Herzensanliegen. Seine jahrelange Weggemeinschaft in Gruppen der Charismatischen Erneuerung verlieh seiner Pastoral eine eigene Note.



Seine Schaffenskraft konnte Pfarrer Buschmeyer insbesondere beim Bau der zweiten St.-Albertus-Magnus-Kirche unter Beweis stellen. Die 1956 gebaute erste St.-Albertus-Magnus-Kirche war offensichtlich weder auf den biblischen Felsen noch auf festem Grund gebaut. Schon bald zeigten sich erste Bergschäden. Am 27.4.1978 musste sie unmittelbar vor der Firmfeier wegen Bergschäden geschlossen werden - im Kirchenschiff hatten sich Deckenplatten gelöst. Die Kirche war infolge von Bergsenkungen um 75 Zentimeter abgesackt. Noch sichtbarer waren die Auswirkungen beim Glockenturm: Er neigte sich bereits um 1,80 Meter. Das ebenfalls von Bergschäden betroffene Pfarrhaus konnte gerettet werden, nicht aber die Kirche. Der Pfarrsaal wurde als Notkirche hergerichtet. Im Jahre 1980 beschloss der Kirchenvorstand, die von der Ruhrkohle AG angebotene Entschädigung anzunehmen und eine neue Kirche zu bauen. Am 25. Februar 1982 wurde die erste St.-Albertus-Magnus-Kirche abgerissen.

Samstag, der 6. August 1983 stand im Zeichen eines freudigen Ereignisses. Pfarrer Buschmeyer tat den ersten Spatenstich zum Kichneubau. Nach den Planungen von Prof. Giesbert Hülsmann und seinem Kollegen Karl Müller wurde die zweite St.-Albertus-Magnus-Kirche als ein Gotteshaus errichtet, das von außen an eine altrömische Villa erinnert. In der Osternacht 1986 wurde der erste Gottesdienst in der neuen Kirche gefeiert. Das wichtigste, der Altar, und damit Mittelpunkt der Gemeinde, fehlte jedoch noch. Die Gläubigen mussten sich noch bis zum Fest des heiligen Albertus Magnus, ihres Schutzpatrones, am 15. November 1988 gedulden, um Kirchweih zu feiern.

Der Innenraum der Kirche sieht aus wie Gottes gute Stube; warm und gemütlich in ihrem Dreiklang der Farben: dem ruhigen rot der solide gemauerten Wände, dem dunklen stumpfen Grau des schlichten Steinfußbodens und dem honigfarbenen Ton der sichtbaren Holzkonstruktion der Decke. Dass die Eucharistie im Mittelpunkt des Gemeindelebens steht, wird durch die Bestuhlung des Raumes rund um den in der Mitte des Raumes stehenden Altar aus weißem Marmor deutlich. Unübersehbar steht neben dem Altar das Kreuz, wuchtig, überlebensgroß, der Corpus aus Holz geschnitzt. Weihbischof Wolfgang Große, der die Einweihung vornahm, erinnerte zunächst an Leben und Wirken des Albertus Magnus. Die eigentliche Weihehandlung begann mit der Allerheiligenlitanei. Dann mauerte der Bischof zusammen mit dem Architekten Märtyrerreliquien in den Altar ein. Geweiht wurden auch der Ambo für die Verkündigung von Gottes Wort sowie das Gebäude selbst an den Stellen der Apostelleuchter. Brennender Weihrauch tauchte die Altarplatte in warmes Licht, und wohltuender Duft verbreitete sich. Der Weihrauch habe sich als erste Opfer auf dem Altar als „Zeichen der Hingabe“ verzehrt, sagte Pfarrer Günter Buschmeyer, der durch die Liturgie führte. Dann sprach der Bischof das eigentliche Weihegebet, in dem es unter anderem heißt: „Glücklich ist die Kirche, das Zelt Gottes unter den Menschen“; und weiter: „In ihr strahlt das Lamm als ewiges Licht.“ Unmittelbar an die Weihe schloss sich der feierliche Gottesdienst an. An der Konzelebration nahmen die beiden Katernberger Pfarrer Hans Hermann Bittger von St. Joseph und Sebastian Nieto von Heilig Geist sowie Pfarrer Lange, der Erbauer der vorigen St.-Albertus-Magnus-Kirche, teil. Nach der Austeilung der heiligen Kommunion wurden die konsekrierten Hostien in feierlicher Prozession vom Altar aus zum neuen Tabernakel gebracht. Dort zündete der Weihbischof dann das Ewige Licht an - sichtbares Zeichen dafür, dass Gott in besonderer Weise unter den Menschen wohnt.


Die folgenden Jahre verliefen geruhsamer. Die Zusammenarbeit der Gemeinde St. Albertus Magnus mit den beiden anderen Katernberger Gemeinden St. Joseph und Heilig Geist gestaltete sich sowohl auf priesterlicher Ebene als auch auf der Ebene der Laien schwierig. Am 13. Januar 2001 wurde Pfarrer Buschmeyer von seiner Gemeinde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Er starb am 2. August 2008. Im Auferstehungsamt am 9. August 2008 schaute unsere Gemeinde dankbar auf die Zeit zurück, die ihr mit ihm von Gott geschenkt worden war. Pfarrer Buschmeyer wurde in der Priestergruft des kath. Gemeindefriedhofes St. Joseph beigesetzt.